Warnung vor unseriöser Vermittlung von Mobilfunkverträgen

In letzter Zeit häufen sich Fälle, in denen sogenannte Berater angeblich durch Optimierung der Verträge ahnungslose Menschen zum Abschluss neuer Verträge - zusätzlich zu den bestehenden Verträgen - motivieren. Mitunter fallen diese Menschen einem Betrug zum Opfer.

 

Dabei gibt der Berater vor, günstige Verträge zu vermitteln und - als Serviceleistung - die alten bestehenden Verträge zu beseitigen. Stattdessen aber bleiben die alten Verträge bestehen und es kommen neue Verträge hinzu. Diese sind in der Regel auch nicht kostengünstiger. Die Betrogenen haben schließlich mehrere Verträge und müssen doppelt zahlen.

 

Wie können Sie solchen dreisten Betrugsmaschen vorbeugen?

 

Zunächst ist klar zu stellen, dass nicht jeder Berater und Vermittler Ihnen etwas Böses will. Jedoch sollten Sie stets aufmerksam sein, wenn Ihnen jemand ungefragt einen neuen Mobilfunk- oder Internetvertrag anbieten will.

 

- sich nicht beeindrucken oder drängen lassen

 

Auch wenn viele Berater Ihnen etwas anderes in der Hektik des Beratungsgespräch vermitteln möchten: Es gibt keinen Zwang, einen Vertrag abzuschließen.

 

Die Grundregel sollte daher lauten: Lassen Sie sich sämtliche Vertragsunterlagen aushändigen und prüfen Sie diese in Ruhe in den nächsten Tagen. Unterschreiben Sie beim Beratungsgespräch nichts. Ein seriöser Berater wird verstehen, dass Sie zunächst die Vertragsoptionen in Ruhe überdenken möchten.

 

- Tarif / Kosten abklären


Lassen Sie sich umfassend über den neuen Tarif aufklären und sich Unterlagen (z.B. ein Tarifdatenblatt) übergeben, welches die genannten Daten bestätigt. Achten Sie hierbei ganz genau auf die Bezeichnung des Tarifs, da sich die Bezeichnungen oft ähneln, aber ganz unterschiedliche Kosten verursachen. Glauben Sie nicht blind den Angaben, die der Berater tätigt.

 

Im Zweifel rufen Sie nach der Beratung bei der Telefongesellschaft an, mit der Sie den Vertrag schließen und fragen Sie nach, welche Leistungen der Tarif enthält und welche Kosten (monatlich) anfallen.

 

Sollten die Angaben der Gesellschaft nicht mit denen, die der Berater getätigt hat, übereinstimmen, sollten Sie den Widerruf des Vertrages in Erwägung ziehen. Zu beachten ist, dass die Widerrufsfrist grundsätzlich nur zwei Wochen beträgt, sofern Sie über Ihr Widerrufsrecht belehrt wurden.

Auch eine zweite Meinung eines Vertrauten oder eines Rechtsanwalts kann hilfreich sein.

 

- Sicherheitshalber Beweise sichern


Es sollte zudem stets eine zweite Person bei dem Beratungsgespräch anwesend sein, die bezeugen kann, was im Beratungsgespräch besprochen wurde.

 

Sie sollten dem Berater gegenüber klar und deutlich sagen, was Sie wünschen und was nicht. Wenn Sie z.B. kein neues Handy oder keinen Internetzugang über das Handy brauchen, bringen Sie dies deutlich zum Ausdruck. Es kann auch hilfreich sein, dass Sie während des Gesprächs - zumindest stichpunktartig - notieren, was besprochen wurde.

 

- Was passiert mit den alten Verträgen?


Inzwischen hat fast jeder Haushalt einen Internetanschluss, einen Festnetztelefonanschluss und einen Handyvertrag. Diese Verträge sind in der Regel durch Mindestvertragslaufzeiten für bestimmte Dauer vereinbart. Weisen Sie den Berater auf diese Verträge hin. Sollte er mitteilen, dass er sich darum kümmern werde bzw. diese beenden werde, werden Sie aufmerksam! Verträge mit einer Mindestvertragslaufzeit kann auch der Berater grundsätzlich nicht vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit kündigen. Dies schon aus dem Grund, dass der Vertrag in der Regel bei einer anderen Gesellschaft abgeschlossen wurde als der, für die der Berater tätig wird. Ein Berater, der Ihnen die vorzeitige Ablösung fremder Verträge verspricht, ist oftmals als unseriös einzuschätzen.

 

- Nach Vertragsschluss:

 

Wenn soweit alles in Ordnung scheint und der Berater einige Zeit später die Sim-Karte, das Handy oder den Router zu Ihnen bringt, achten Sie darauf, dass alles vollständig übergeben wird - insbesondere das Mobilfunkgerät, soweit dieses Vertragsbestandteil war.

 

Achten Sie auch auf Ihre bisherigen Sim-Karten und Handys! Sollte der Berater die alte Sim-Karte in Ihren Geräten selbst austauschen, achten Sie darauf, dass er nichts mitnimmt, insbesondere nicht die alte Sim-Karte.

 

Wenn der Vertrag zu dieser Karte tatsächlich beendet wurde (wie zuvor zugesichert), kann diese bei Ihnen verbleiben, worauf Sie bestehen sollten.

 

Es kann nur empfohlen werden, auch Familienmitglieder zu warnen bzw. diese bewusst dafür zu machen, dass sie nicht blindlings jedem Fremden, der vermeintlich Gutes will, zu vertrauen. Leichte Opfer sind insbesondere ältere Menschen, die keine Ahnung vom Tarifdschungel haben.

 

- Rechtsrat

 

Sollten Sie unsicher sein, kann es im Zweifel nützlich sein, einen Rechtsanwalt um Rat zubitten, bevor Sie einen oder mehrere Verträge für eine Mindestlaufzeit (von 24 Monaten) abschließen und sich möglicherweise zusätzliche hohe Kosten anlasten. So verursacht beispielsweise schon ein Vertrag mit einem monatlichen Festpreis von 40 € bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten Kosten in Höhe von insgesamt 960 €. Hinzu kommen die Kosten, die nicht inklusive sind.

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