Artikel | 12.10.2011 | Filesharing | Abmahnung - wie reagiere ich richtig

 

Wenn Sie eine Abmahnung erhalten haben, stehen Ihnen diverse Möglichkeiten zu, angemessen darauf zu reagieren.

 

Als Faustregel lässt sich zusammenfassen, dass man eine erhaltene Abmahnung nie auf sich beruhen lassen sollte. Wichtig ist es, die Angelegenheit rechtlich und schnell zu klären. Jede Verzögerung kann unnötige Kosten produzieren.

Wie reagieren Sie jedoch nach dem Erhalt einer Abmahnung optimal?

(erklärt am Beispielsfall des Vorwurfs illegalen mp3-Downloads)

 

  • Wenn Sie nichts heruntergeladen haben, können sie die Abmahnung zurückweisen.
  • Wenn Sie den Sachverhalt nicht ohne Weiteres überblicken, teilen Sie der Gegenseite am besten mit, dass Sie sich den Sachverhalt prüfen und sich später wieder melden. Oft sind von "Abmahnanwälten" gesetzte Fristen unangemessen kurz. Eine Verlängerung der Frist ist da Ihr gutes Recht.
  • Wenn Sie illegal herunter geladen haben, können Sie die von der Gegenseite übersandte Unterlassungserklärung zu Ihren eigenen Gunsten abändern und zurücksenden. Insbesondere kann man die Höhe der "Vertragsstrafe" senken. (Oft sind die Strafen schlicht der Höhe nach vollkommen überzogen!)
  • Vermeiden Sie es, sich vorschnell auf Verhandlungen mit der Gegenseite einzulassen oder sogar sofort zu bezahlen. Die Gegenseite will Ihnen Druck machen und setzt darauf, dass Sie sich einschüchtern lassen.
  • Unterschreiben Sie die Unterlassungserklärung nicht vorschnell. Sie werden sonst für die nächsten 30 Jahre an diese Erklärung gebunden.


Oftmals ist es wie gezeigt möglich, die Forderungen beträchtlich herunterzusetzen. Falls der Ihnen gemachte Vorwurf nicht zutrifft, ist die Abmahnung unberechtigt. In diesem Fall kann die Forderung der Gegenseite in vollem Umfang abgewehrt werden. Auch die gegnerischen Anwaltskosten oder andere Schadenspositionen müssen Sie dann natürlich nicht bezahlen.

Welche der oben dargestellten Reaktionsmöglichkeiten in Ihrem Fall optimal ist, hängt davon ab inwieweit die Abmahnung berechtigt ist. Dies einzuschätzen ist angesichts der zahlreichen Beispiele aus der Rechtsprechung nicht immer sehr leicht. Einre Rechtsberatung ist daher nicht selten empfehlenswert.

 

[zurück zur Übersicht: Medienrecht / Internetrecht]